Dreharbeiten

Hallo! Hier folgen demnächst Impression aus unseren Dreharbeiten.
Sei gespannt...

Der Film

Kann man heute noch guten Gewissens Kinder in die Welt setzen? Diese Frage stellt sich Sofia. Dabei scheint vieles bei ihr ideal: Sie hat einen tollen Partner, eine schöne Wohnung und einen unbefristeten Job. Warum also sollte Panik ausbrechen bei dem Gedanken an Mutterschaft? Tut sie aber. Und es zeigt sich, dazu gibt es auch gute Gründe. 

Global gilt: Je reicher eine Gesellschaft, desto weniger Kinder gibt es. Warum tun sich hoch entwickelte Gesellschaften mit Kindern so schwer? Warum wachsen Kinderarmut, soziale Spaltung und ökologische Probleme, was keiner will?

Im Kino-Dokumentarfilm Geld oder leben. Glück und Kinder sind unbezahlbar werden nicht nur Fragen aufgeworfen, sondern auf mehreren Ebenen intensiv bearbeitet und beantwortet. Es wird ein Spannungsfeld zwischen der tiefen persönlicher Ebene der Protagonist*innen und gesamtgesellschaftlich-politischen Expertenmeinungen kreiert. Zuschauer*innen werden sowohl fachlich als auch emotional an die Thematik herangeführt. 

Unsere These

"Ist das Leben nicht dann gut, wenn das Leben für Kinder gut ist und ihre Eltern" 
- Sofia Harder

- Das Wohlsein der Kinder als politische Handlungsmaxime -
Im Laufe des Filmes zeigt sich, dass die gesellschaftlichen Entwicklungen, wo Kinder im Weg sind, dringend einer Korrektur bedürfen: Grenzenloses Wachstum, Beschleunigung und stetig voran-schreitende Kapitalisierung auch intimster Lebensbereiche führen nicht nur in die ökologische Katastrophe, sondern auch in die soziale und letztendlich in die persönliche von jedem Einzelnen. Die Bedürfnisse von Kindern nach Zeit, Liebe, Sicherheit und gesunder Ernährung, ihr Verlangen nach Bildung, nach Zukunft und ihr starkes Gerechtigkeitsempfinden sind nicht das Problem, sondern stellen eine große Entwicklungschance für die Gesellschaft wie für jeden Einzelnen dar: Ein Leben ist dann gut, wenn es auch für Kinder gut ist.

Geld oder Leben

...ist sowohl Frage als auch Antwort, weil Dinge gegenüber gestellt werden, die eigentlich zusammen gehören.

Foto: Hérve Dieu

 *Foto: Hérve Dieu
 

Die Haupt-Protagonist*innen des Dokumentarfilms wünschen sich grundsätzlich Kinder, sind aber vor allem damit konfrontiert, dass Kinder in unserer Gesellschaft auch eine Bedrohung für die berufliche Entwicklung darstellen, eine Gefahr für soziale Kontakte sind und nicht zuletzt eine große Belastung für die Liebesbeziehung sein können. In Deutschland betrifft Altersarmut heute am meisten Eltern, je kinderreicher umso schlimmer, in erster Linie Mütter. Es stecken also jede Menge faktische Gründe hinter der spontanen Angst. Doch offensichtlich ist Kinderpanik kein Naturgesetz, sondern ein gesellschaftliches Phänomen. Kinder werden oft mit persönlichem Glück assoziiert. Warum leisten sich

dieses Glück eigentlich viele Gutverdiener*innen nicht? Oder gehören die, die es sich leisten, gegebenenfalls schnell nicht mehr zu den Gutverdiener*innen?

 

Im Film treffen wir unter anderem auf Tobias Weber, der wie Sofias Vater fünf Kinder hat. Der Vollzeit arbeitende Informatiker aus Neuenkirchen verdient nach eigenen Worten sehr gut, muss aber so viel Unterhalt bezahlen, dass er selbst aufstockend Sozialleistungen beziehen muss, damit er auch den Umgang mit seinen Kindern finanzieren kann. „Ich müsste schon Geschäftsführer eines mittleren Unternehmens werden, um aus dem Bezug raus zu kommen“ analysiert er trocken. Auch Dr. Jürgen Borchert sagt, „in Deutschland kann sich die hart arbeitende Mittelschicht Kinder schon gar nicht mehr leisten.“ Das Rentensystem mit seinen enormen finanziellen Belastungen für Angestellte spielt dabei eine zentrale Rolle. Eltern finanzieren es Borcherts Ansicht nach doppelt: In dem sie die nächste Generation an Rentenzahlern finanzieren und in die Rentenkasse gleichermaßen wie die Kinderlose einzahlen.

 

"Schwanger werden ist im Kapitalismus eigentlich gar nicht vorgesehen, das stellt sich jetzt, nach dem Ende der traditionellen »Ernährer-familie «, heraus“ schreibt etwa die Feministin Antje Schrupp. Der Zusammenhang zwischen wenigen Kindern und hohem Pro-Kopf-Einkommen erscheint damit transparenter: Ein hohes Pro Kopf Einkommen zeigt eben nicht Wohlstand an sich an, sondern auch, wie viele Bereiche einer Gesellschaft bereits kapitalisiert wurden, wie Pflege und Erziehung etwa.